Abtönfarben auf Acrylbasis

Vollton- oder Abtönfarben benutzt man eigentlich für das Renovieren von Wänden. Junge Künstler nutzen Abtönfarben aber auch häufig als billiges Malmaterial. Davor kann nur gewarnt werden!

Ökotest hat mehrfach Abtönfarben im Test gehabt, zuletzt 2007. Nur die Hälfte aller Abtönfarben sind dabei mit „sehr gut“ weggekommen. Gravierende Mängel wurden vor allem bei der Deklaration der Inhaltsstoffe festgestellt. Teilweise konnten Formadehyabspalter festgestellt werden. Formaldehyd reizt die Augen und die Atemwege, vor allem aber ist es nachgewiesenermaßen krebserzeugend, wenn es eingeatmet wird. Zusätzlich waren fast alle Abtönfarben mit Isothiazolinonen konserviert. Diese Stoffe sind als sensibilisierend und Allergie auslösend bekannt. Fast keiner der Anbieter hat eine entsprechende Hotline eingerichtet! Einer behauptete gar, seine Produkte seien nach Absprache mit dem Arzt auch für Allergiker geeignet – nur: woher sollen der Käufer oder der Arzt wissen, dass Isothiazolinone enthalten sind?! In einem Produkt wurde das sensibilisierende Terpen Limonen gefunden, das ebenfalls nicht deklariert wurde. Flüchtige organische Verbindungen liegen meist unter dem erforderlichen Grenzwert – nur: wie relevant ist dieser, wenn er anscheinend nach belieben hoch- und herunter gesetzt werden kann?

Unproblematisch waren meist die verwendeten Farbstoffe. Azo- oder Dispersionsfarbstoffe kamen kaum vor. Hingegen waren insbesondere die Naturfarben teils mit Schwermetallen in den Pigmenten belastet. Aus einem Fabrikat trat eine problematische Menge Antimon aus. In zwei weiteren Produkten konnte das Testlabor halogenorganische Verbindungen nachweisen, die krebserregend sind. Summa summarum: als Künstlermaterial ungeeignet! Der Griff zu hochwertigen Künstlerfarben ist in der Regel zu empfehlen.



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