Fixative, natürliche

Eine Kollegin aus der Kunst AG stieß mich darauf, dass die Aborigine natürliche Fixative benutzten. Das macht Sinn, denn sie hatten nichts anderes. Seit den Sechziger Jahren malen allerdings auch die Aboriginemaler mit Acrylfarben ihre wunderbaren Dreamings und fixieren sie gegebenenfalls mit fertig zu kaufenden Fixiersprays oder Fixiermitteln, die man mit dem Pinsel aufstreicht.

Ehemals malten und fixierten die Aboriginekünstler ihre Rinden- und Bastmalereien mit dem Saft von wilden Orchideen. Sie mischten ihn – zusammen mit Wasser - gleich unter die Erdpigmente und benutzten ihn also auch als Binder. In anderen Fällen wurden Möweneier als Binder benutzt - ähnlich wie bei der Eitempera - oder auch Bienenwachs, Honig oder der Saft verschiedener Blätter, je nach erwünschtem Effekt. Nach dem Malen versiegelte man mit dem Saft von wilden Orchideen die Oberfläche des Rindenbildes. Das wirft heute in den Museen allerdings restauratorische Probleme auf! Für die Aborigine waren ihre Bilder jedoch nie für die Ewigkeit gedacht gewesen! Sie hatten lediglich rituellen und religiösen Wert. Erst, seit der Kunstmarkt die Abo-Kunst entdeckt hat, malt man für Geld und hat daher die Malweise dem Markt anpassen müssen. Mittlerweile gibt es aber Tendenzen, wieder zu den traditionellen Malmaterialien zurückzukehren.

Auch in Israel fixierte man Bleistift- und Kohlezeichnungen mit Orchideensaft. Der klebrige Saft der Orchidee versiegelt bei Trocknung die Oberfläche. Großer Nachteil: die Aufbewahrung. Sie muss Schimmelbildung und ein Zusammenkleben bereits im Vorfeld verhindern.

Literaturtipps:

G. Morales-Segovia and B. Tworek-Matuszkiewicz - Storage, display and packing systems for Australian Aboriginal bark paintings in the collection of the National



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