Safe Art - Geschichte und Begriffserklärung
Der Begriff der Safe Art (Sichere Kunst) wurde von uns in Safer Art (Sicherere Kunst) umgewandelt, um die Relativität der Dinge klarzustellen. Sicherheit gibt es nicht – es gibt nur einen guten Umgang mit dem Material, dessen chemische Zusammensetzung man als Künstler kennen sollte, und optimalen Schutz vor den eventuell entstehenden Gasen, Stäuben und Ausdünstungen. Arbeitsschutz ist auch für Künstler unumgänglich, wie die Lebensgeschichten von Rebecca Horn und Nicky de Saint Phalle belegen, die durch die giftigen Gase ihrer Polyesterskulpturen schwere Gesundheitsschäden erlitten. Wie viele bekannte Künstler außerdem Gesundheitsschäden durch Künstlermaterialien erlitten, ist unbekannt. In der Regel spricht man nicht darüber. Es ist eines der großen Tabus im Kunstbereich! Darüber hinaus entstehen Erkrankungen aber aus einer Vielzahl von Faktoren und über Jahre. Man kann den eigentlichen Verursacher oft nicht mehr ausmachen – oder es ist ein Konglomerat von Ursachen. Manche davon wirken in Kombination miteinander stärker als einzeln, andere verstärken oder multiplizieren die Risiken einer späteren Erkrankung erheblich. Aufklärung darüber wird praktisch nicht betrieben, Langzeitstudien gibt es aus nahe liegenden Gründen nicht. Zu den Pionierinnen der Safe Art gehört die amerikanische Industriehygienikerin Monona Rossol (siehe dort!) |