Materialkunde für Kunstmaler
Umfassende Materialkunde ist eine unerlässliche Voraussetzung, um als Künstler die Gesundheitsgefahren zu erkennen, denen man ausgesetzt sein könnte. Hilfreich sind im deutschen Raum die regelmäßig überarbeiteten Standardwerke von Kurt Wehlte und Max Doerner zum Thema Malmaterialien. Ähnliche Standardwerke finden sich möglicherweise auch für andere künstlerische Bereiche. Dennoch muss man sagen, dass ohne Volldeklaration aller Inhaltsstoffe viele Künstlermaterialien auch in diesen Büchern nicht hinreichend auf ihre Gefahren untersucht werden. Der Autor Thomas Hoppe, der Max Doerners Grundlagenwerk heutzutage überarbeitet, zeigte kein besonderes Interesse an den von mir beschriebenen Problemen umweltkranker Menschen oder Allergiker, als ich ihn 2004 anschrieb. Diese ignorante Haltung ist durchgängig auch bei Herstellern, Kunstzeitschriften oder Großhandelsniederlassungen zu finden. Der Schutz der Umwelt ist bereits gesetzlich einigermaßen reglementiert, der Verbraucherschutz hinkt jedoch hinterher und wird besonders gerne dann vernachlässigt, wenn es um die Belastungen aus kleinen Dosen Chemie geht. Diese hält man aufgrund der angeblich tolerierbaren Grenzwerte für harmlos und unschädlich. Das ist ein Irrtum. Die ständig steigende Zahl der Umweltkranken belegt das - oder sie könnte es wenigstens, wenn man die Betroffenen nicht den psychisch Kranken addieren würde, um genau diesen Tatbestand zu verschleiern! Das allein ist eine Aussage, die man nicht wichtig genug nehmen kann! Hinzu kommt aber, dass auch Grenzwerte nichts aussagefähig sind – denn erstens können sie anscheinend nach Belieben und Bedarf hoch und runter gesetzt werden - und zweitens sind sie eine Verallgemeinerung und Pauschalierung. Der Mensch ist aber ein Individuum mit individuellen Bedingungen. Literaturtipps: Kurt Wehlte - Werkstoffe und Techniken der Malerei |