Naturmaterialien in der Kunst
In den USA existiert bereits eine künstlerische Bewegung, die sich um möglichst umweltverträgliche Künstlermaterialien bemüht. Gruppen wie das Woman Environmental Artists Directory (WEAD) listen ausschließlich Künstler, die mit natürlichen Materialien arbeiten, die einen Kontext zur Natur herstellen und diese nicht schädigen. Das schließt alle synthetisch hergestellten Künstlermaterialien und Chemikalien weitestgehend aus! Von den derzeit mehr als 8000 hergestellten Chemikalien, aus denen Tausende von weiteren Produkten und Nebenprodukten hergestellt werden können, kennt man von nicht einmal 1000 die gesundheitlichen Wirkungen. Auch die Kombinationswirkungen auf unsere Natur sind in ihrer langfristigen Wirkung weitgehend unbekannt. Heutzutage muss man als Künstler nicht mehr mit Chemie herumaasen, es gibt bessere Alternativen. Nicht gebleichte, recycelte Papiersorten, organisch angebaute Baumwolle, Stein, Wachs, Naturpigmente, ungefärbte Hadernpapiere, Reispapier und andere Naturpapiere, Holz aus nachhaltiger Holzwirtschaft, kompostierbare und recycelbare Materialien sind zu bevorzugen. Bekannte Künstler wie Andy Goldsworthy, Joseph Beuys oder Wolfgang Laib haben bereits mit Stein, Zweigen, Fett, Blättern, Milch, Blütenpollen, Bienenwachs herausragende Kunstwerke unterschiedlicher Art geschaffen. Dieter Roth wies mit seinen Schimmelskulpturen auf natürliche Verfallsprozesse hin, Christo verpackte Gebäude in farbige Tücher. Auch die Aborigine, Indianer oder Japaner haben vielfach Naturmaterialien für ihre Kunst benutzt. Schwierig wird es zuweilen mit der Konservierung und Restaurierung bzw. dem Verkauf eines solchen Werkes. |