Pigmente
Man weiß nicht, wann Menschen das erste Mal farbige Pigmente genutzt haben, um zu malen. Wir wissen aber, dass man zuerst zerriebene Naturmaterialien genutzt hat, die zum malen geeignet waren. Viele Mineralien, Beeren, Wurzen und Blätter enthalten natürliche Farbstoffe. Die ersten synthetischen Pigmente wurden erst 1856 hergestellt. Danach war die Kunstwelt ein für alle Mal verändert! Die amerikanische Industriehygienikerin Monona Rossol macht darauf aufmerksam, dass man Pigmente und Farbstoffe in einem abhandeln muss, weil oft nicht zu trennen ist, wo das eine beginnt und das andere aufhört. Die chemische Konstitution ist gleich, die Verwendung jedoch ganz unterschiedlich. Pigmente lösen sich entgegen landläufiger Meinung nicht im flüssigen Medium auf, sondern sie verteilen sich nur darin. Das unterscheidet sie auch generell von Färbemitteln. Man unterscheidet zwischen organischen und anorganischen Pigmenten. Anorganische sind aus Erden, Metallen oder Mineralen hergestellt, organische werden aus natürlichen Quellen gewonnen, beispielsweise Alizarinrot aus einer Wurzel oder sie werden von organischen Chemikalien extrahiert. Anorganische Pigmente können sehr giftig sein! Viele der natürlichen organischen Pigmente sind nicht besonders giftig, aber sie können Verunreinigungen enthalten, die es sind. Daher ist ein kauf in einem Versteigerungshaus oder aus China und anderen Ländern nicht empfehlenswert, nur um Geld zu sparen! In Deutschland sind die Pigmente von Kremer und Holzweg besonders empfehlenswert. Aber: gewarnt werden muss vor dem Einstreuen und Einblasen loser Pigmente in Bilder! Den meisten Künstlern ist nicht bewusst, dass Pigmente Feinstaub sind. Die ultrafeinen Partikel schweben unsichtbar in der Luft und können bis in die tiefsten Tiefen der Lunge eingeatmet werden, wo sie auf Dauer Asthma, Lungenkrebs, Lungenfibrose und andere schwere Erkrankungen auslösen können. Daher empfehlen wir, lose Pigmente nur mit einer Maske mit Partikelfilter ins Bild einzustreuen oder eine Sicherheitsbox zum Einsumpfen in Wasser benutzen. Darunter kann man sich einen Kasten vorstellen, der rechts und links Eingrifflöcher mit nach innen eingeklebten Handschuhen hat. An der Oberseite ist eine Glasscheibe als Schutz und Sichtfenster angebracht. Nun kann man in die handschuhe schlüpfen und in der Box die Pigmente in das Medium einrühren. Dann sind sie nicht mehr gefährlich. |