Scrimshaw


Unter Scrimshaw versteht man eine Ritz- oder Gravurtechnik, die von den frühen Walfängern ausgeübt wurde. Sie versahen Elfenbein, Walzähne oder Knochen mit feinen Gravuren und Einritzungen, die anschließend mit Pigmenten eingefärbt wurden, um sichtbar zu werden. In Seefahrer- oder Marinemuseen kann man heute solche Ausstellungsstücke sehen. Heutzutage können auch Kunststoffe auf ähnliche Weise bearbeitet werden. Am Beliebtesten waren seinerzeit die Zähne des Pottwals oder die Stoßzähne von Walrössern. Scrimshaw ist eine sichere Technik, wenn man davon absieht, dass lose Pigmente beim Einatmen langfristig Gesundheitsschäden hervorrufen.

Man muss die zu bearbeitende Fläche zunächst polieren und das Material dann mit einem nadelähnlichen Werkzeug ritzen. Oft wird eine Lupe oder ein Mikroskop eingesetzt, um die feinen Strukturen zu sehen. Um heute Scrimshaw machen zu können, muss man fossiles Mammutelfenbein aus Ausgrabungen verwenden, das legal in den Handel kommt oder auf Kunststoff wie Micarta oder Corian ausweichen.

Auf dem Markt gelten antike Scrimshawarbeiten als begehrte Sammlerobjekte. Daraus ergibt sich, dass immer häufiger Fälschungen an den Mann gebracht werden.