Terpentin und Terpentinersatz

Terpene - zu denen auch das echte Terpentinöl oder Balsamterpentin gehört - gehören bekanntermaßen zu den natürlichen ätherischen Ölen mit dem höchsten Sensibilisierungspotential! Terpentin wird aus verschiedenen Nadelbaumarten gewonnen. Größter Nachteil: es gilbt schnell und ist empfindlich in der Aufbewahrung. Terpentin führt häufig zu Hautreizungen, es wirkt narkotisch  belastet die Nieren. Wie immer, kommt es aber auch hier auf die Häufigkeit und Menge der Verwendung an!

Terpentinersatz gilt als "gesünder", ist aber in Wahrheit nur viel billiger. Und natürlich auch nicht ohne gesundheitliche Risiken! Terpentinersatz wird nämlich aus Erdöl bzw. Benzin und hydrierten Kohlenwasserstoffen gewonnen und gehört zu einer ganzen Gruppe von Stoffen wie Petroleum und ähnliches, die man als hochgradig toxisch ansehen muss. Entscheidend ist auch hier die Häufigkeit und Menge der Verwendung in Kombination mit anderen toxischen Belastungen, die bestehende Lüftungssituation, etwaige gesundheitliche Vorbelastungen erblicher Art und so weiter.

Die Firma Talens bietet im Fachhandel einen geruchlosen Terpentinersatz an (Odorless White Spirit). Das klingt nach einer eleganten Problemlösung, ist aber in Wahrheit wohl keine. Denn Boesner sagt im Untertext zu diesem Malmedium zu Recht, dass es ausdünstende Lösemittel enthält. Sind sie geruchlos, handelt es sich vermutlich weniger flüchtige Arten als die üblicherweise verwendeten. Da sie bisher im Kunstbereich wenig erforscht sind, können wir über ihre Wirkung im Körper wenig sagen. Für umweltkranke Künstler, gesundheitlich bereits Vorgeschädigte und Allergiker muss das heißen: Finger weg!



© 2009